Großstädte leben Trends als Erste. Sie spüren den Wandel in der Gesellschaft und etablieren schnell neue Konzepte. Der heutige Zeitgeist ist geprägt von einer Schuldkultur und hinterfragt das „Richtig oder Falsch“ im Miteinander sowie das Thema der Menschlichkeit, der Empathie und Moral. Durch die Globalisierung und die sozialen Medien ist es sehr einfach, Informationen zu erhalten und auszutauschen, weshalb die Konsumenten so aufgeklärt sind wie noch nie.

Der Verbraucher sehnt sich nach mehr Harmonie, Transparenz und Einklang von Mensch, Tier und Natur. Dieses Ziel erfordert jedoch Veränderungen in vielerlei Perspektiven, die vor allem auch die Ernährungsweise mit einschließen. Ein Blick auf die Metropolen unserer Nachbarn zeigt mögliche Zukunftsszenarien und Food-Trends bereits auf.

Es gibt immer mehr autofreie Städte oder Zonen in Kombination mit attraktivem Nahverkehr. Das führt auch zu einem veränderten Einkaufsverhalten des Verbrauchers. Die Angebote werden unterteilt in eine funktionale „Basic-Versorgung“ und emotionale „Genuss- und Erlebnisbefriedigung“.

Das Angebot entwickelt zunehmend einen Genuss- und Erlebnischarakter. Ein Beispiel sind Kaffee-Röstereien, die mit ihren individuellen Produkten die Verbraucher ansprechen. Man findet sie inzwischen in etlichen Food-Hallen, Märkten und Spezialitäten-Läden einiger Metropolen, etwa Amsterdam, Rotterdam oder Kopenhagen.

Der Convenience Store „7-Eleven“ etwa ist mit seinem Angebot an frischen Convenience-Produkten im Umfeld Nahverkehr präsent. Dort finden Verbraucher von Backwaren über Salate und Smoothies bis hin zu Frühstücks-Bowls ein reichliches Produktportfolio.

Auch Konzepte, die eine spitzere, individuellere Zielgruppe ansprechen, werden immer beliebter. Hier spielen vor allem spezielle Ernährungsstile oder das Thema Nachhaltigkeit eine große Rolle. Wefood in Kopenhagen etwa verkauft als erster Supermarkt ausschließlich abgelaufene Lebensmittel, um der Lebensmittelverschwendung entgegenzuwirken. In vielen deutschen Großstädten finden Verbraucher „Unverpackt“-Läden, die mit ihrem Zero-Waste-Lifestyle Plastikmüll und Speisereste reduzieren wollen.

Auch der Online-Handel für Bedarfsgüter wie Getränke, Nährmittel, Waschmittel oder Windeln wird weiter ausgebaut. Besonders attraktiv für den Verbraucher sind Lieferungen direkt nach Hause, in den Hausflur, ins Auto oder zum Abholen rund um die Uhr am Markt.

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