Unsere Motivation zu essen hat sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt. Es geht nicht mehr nur ums „schnelle Sattwerden“ oder „den großen Hunger stillen“, sondern immer häufiger erfüllt das Essen auch einen psychologischen Zweck: Manche möchten ihre Stimmung aufbessern, andere wollen in Ruhe genießen oder sich selbst einfach mal mit leckeren Gerichten verwöhnen.

Dabei liegt der Fokus immer häufiger auf kleinen Mahlzeiten. Mehr als die Hälfte der Verzehranlässe spiegeln das Thema Snacking wider: Kleiner Heißhunger, kleiner Sattmacher, eine gemeinsame Auszeit (gemeinsam in Ruhe eine Kleinigkeit genießen), die Suche nach Abwechslung (etwas Neues probieren oder sich ablenken) und Me-Time (allein und in Ruhe etwas essen) sind dabei die wichtigsten Gründe, warum wir zum Snack greifen.[1]

Vor allem als „kleine Sattmacher“ und gegen den „kleinen Heißhunger“ werden vermehrt verzehrfertige Produkte gekauft, also Snacks. Sie werden zu Hause, bei der Arbeit oder unterwegs gegessen, manchmal im Gehen oder Stehen und im Freien.

Snacks ersetzen Hauptmahlzeiten

Laut Ernährungsreport 2017 essen wir inzwischen mehr als die Hälfte unserer Mahlzeiten unterwegs. Und dabei ersetzen wir immer häufiger Hauptmahlzeiten durch Snacks. In Deutschland wird jede Woche etwa 2,2 Milliarden Mal gegessen, das sind also vier bis fünf Mahlzeiten am Tag pro Person. So essen beispielsweise rund ein Drittel aller Berufstätigen während ihrer Mittagspause Snacks, denn zwischen Meetings und Deadlines reicht die Zeit oft nicht für ein klassisches Mittagessen.[2]

Im Bereich Snacking kommen wir nicht am US-Markt vorbei. Allein der Umsatz mit Snack Food lag in den USA im Jahr 2017 bei knapp 61 Milliarden US-Dollar, Tendenz steigend. Mehr als die Hälfte der US-Konsumenten lassen sich beim Kauf ihrer Snacks von Label und Verpackung beeinflussen. 35 % leg außerdem Wert auf eine nachhaltige Verpackung, 60 % auf zusätzliche gesundheitliche Vorteile durch ihren Snack. Hinweise auf der Packung, dass ein Produkt laktosefrei oder vegan ist, erreichen jeweils 32 % mehr Menschen als vergleichbare Lebensmittel ohne einen solchen Hinweis.[3]

Chips, Süßgebäck und Nüsse werden immer beliebter

Snacks machten im Jahr 2016 etwa 4 % des gesamten weltweiten Foodmarktes aus. Dazu gehören in erster Linie salzige und herzhafte Snacks wie Kartoffelchips, Flips und Brezeln sowie Nüsse und Samen. Verkauf und Umsatz sind im Vergleich zum Vorjahr gestiegen – Snacks werden also immer beliebter. Bis 2021 sagt der „Food Report 2017 – Snack Food“ eine durchschnittliche jährliche Umsatzsteigerung von 4,5 % voraus.

Die Amerikaner haben im Jahr 2016 im weltweiten Vergleich das meiste Geld für Snacks ausgegeben: 178,90 US-Dollar pro Person. Im Vergleich: Die Deutschen liegen bei etwa 29,30 US-Dollar (ca. 25,65 Euro, 2018: 28,25 Euro). Dabei sind unsere beliebtesten Snacks Kartoffelchips, gefolgt von Süßgebäck wie Waffeln und Keksen.

Der Umsatz mit Snackartikeln steigt seit dem Jahr 2010 kontinuierlich an. Lag der Umsatz mit Knabbereien, Kartoffelchips und Nüssen damals noch bei 1,42 Milliarden Euro, so hat er im Jahr 2018 bereits 2,34 Milliarden Euro erreicht – Tendenz weiter steigend.[4]

[1] 2017 GIM | RELEVANCE COUNTS. Darum isst Deutschland!
[2] Statista
[3] IRI 2017 New and Emerging Snacking Trends
[4] Statista

Leave a Reply