Die Digitalisierung verändert unser Leben rasant. Durch mehr Wissen erfolgt auch mehr Gewissen – das Bewusstsein für einen nachhaltigen Lebensstil steigt. Gerade in Großstädten, die als Motor für Trends und Interessen gelten, ist dieser Wandel spürbar, denn hier werden Trends zuerst gelebt und etabliert. Beispiele dafür sind die neuen Mobilitätskonzepte oder Social (Food)-Sharing-Angebote.

Auch die derzeitige Veränderung in unserer Gesellschaft, ausgelöst durch den Wunsch nach Selbstoptimierung, ökologische Restriktionen und ethische Bedenken, sorgt dafür, dass sich unsere Essgewohnheiten immer stärker und vor allem schneller wandeln. Dabei immer im Fokus: ein Höchstmaß an Lebensqualität und Moral. Es wird Zeit, dass sich das Produkt- und Leistungsangebot in Städten diesen Veränderungen anpasst und sowohl smart als auch moralisch vertretbar wird.

Verbraucher verstehen, Trends entwickeln

Doch was genau sind die Hintergründe für diesen Wandel und was bedeutet der Trend zu Proteinalternativen wie Insektenfleisch, pflanzlichen Proteinen und Steaks aus der Retorte für Unternehmen aus der Lebensmittelindustrie? Um diese Frage zukunftsweisend beantworten zu können, ist es wichtig, den Verbraucher und dessen Motive zu verstehen. Nur wer aus Verbrauchersicht denkt, kann daraus Trends ableiten und diese optimal für sich nutzen.

Mit dieser Motivation haben wir gemeinsam mit concept m erstmals eine quantitative (1.027 Befragte) und qualitative Studie zum Kulturwandel in der Ernährung realisiert. Unser Ziel war es, eine Grundlagenforschung zu betreiben, die es uns ermöglicht, die Verhaltensweisen von Großstädtern noch besser zu verstehen, um künftig unsere Konzepte noch besser auf die Bedürfnisse der Verbraucher abstimmen zu können. Denn nur wer die Marke und Produkte seiner Kunden optimal auf die Verbraucher ausrichtet, kann erfolgreich am Markt agieren.

Mehr als ein Viertel der deutschen Bevölkerung (ca. 22,7 Mio.) wohnt in den 50 größten Städten Deutschlands. Hier ist die urbane Offenheit gegenüber Proteinalternativen besonders groß. Wir müssen verstehen, welche Interessen sie haben, wie sie sich ernähren und einkaufen und welche Produkte vor allem in Ein- bis Zwei-Personen-Haushalten besonders gefragt sind.

Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass das Produkt- und Leistungsangebot in Großstädten mithilfe des „Sharing & Caring“-Ansatzes ausgebaut werden muss. Moralisch vertretbare, nachhaltig produzierte und transparent kommunizierte Produkte können Lösungen der Lebensmittelbranche sein.

Lecker, nachhaltig und ethisch vertretbar

Die Verbraucher wollen bei der Wahl ihrer Lebensmittel Ethik beweisen, aber auch gleichzeitig neue Lustfelder in der Nahrung erleben. Lebensmittel müssen also zum einen ethisch vertretbar und zum anderen lecker sein, um konsumiert zu werden. Der Wunsch nach gesunden, moralisch vertretbaren Produkten wird schnell Auswirkungen auf das Lebensmittelangebot in Städten haben. Die Gesellschaft erlebt mit der Zuwendung zu alternativen Proteinquellen keine vorübergehende Modeerscheinung. Stattdessen haben wir es mit einer Werte- und Kulturrevolution zu tun.

Im Rahmen des Global Food Summits stellen wir am 20. und 21. März in München unsere Proteinstudie vor. Der Ernährungsgipfel unter dem Motto „Verändern Städte unsere Wahrnehmung von Essen und Natur?“ ist eine Dialog- und Diskussionsplattform für Unternehmen, Wissenschaft, Verbände und Politik. Dort werden innovative Lösungsansätze und Techniken vorgestellt. Anhand eines eigens für den Global Food Summit entwickelten Posters zu unserer Proteinstudie, das vor Ort ausgestellt wird, präsentieren wir im Rahmen eines Rundgangs den Teilnehmern die Ergebnisse unserer Studie.

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